Der Zoll in Landshut – Jahresbilanz 2020 Zoll setzt ausgezeichnete Arbeit auch in Krisenzeiten fort

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Hauptzollamt Landshut – Die Zöllnerinnen und Zöllner des Hauptzollamts Landshut leisten trotz erschwerter Bedingungen durch die Corona-Pandemie tagtäglich effizient ihre wichtige Arbeit in unterschiedlichen Aufgabenbereichen wie der Finanzkontrolle Schwarzarbeit, den Kontrolltätigkeiten und insbesondere auch in der Warenabfertigung bei den Zollämtern. Der Zoll unterstützt als starker Partner der Wirtschaft viele Unternehmen unbürokratisch und sorgt dafür, dass der internationale Warenverkehr auch unter den veränderten Gegebenheiten schnell abgefertigt wird und Lieferketten aufrechterhalten werden. So konnten auch im letzten Jahr durchwegs positive Ergebnisse erarbeitet werden. Durch den Einsatz und das persönliche Engagement jedes einzelnen Beschäftigten waren die Kontaktstellen für die Kfz-Steuer und die Paketabfertigung an den Zollämtern durchgehend zuverlässige Anlaufstellen für die Bürgerinnen und Bürger.

„Dank einer rasch angepassten technischen Ausstattung konnten unsere Beschäftigte ihre Tätigkeiten in nahezu sämtlichen Aufgabenbereichen ganz überwiegend im Homeoffice erledigen und wir daher die Herausforderungen, die die Pandemie an uns stellt, insgesamt gesehen schnell und gut meistern. Zudem wird der Zoll sich auch aktuell personell verstärken und weiterhin eine hohe Zahl an Nachwuchskräften einstellen. Dementsprechend heißt es auch bei der Nachwuchsgewinnung pandemiebedingt neue Wege zu gehen“, so Gerhard Pieper, Leiter des Hauptzollamtes Landshut.

Die Schwerpunkte der Bilanz 2020 im Einzelnen:

Fast 129 Milliarden Euro hat der Zoll 2020 für den Bundeshaushalt und 4,7 Milliarden Euro an Zöllen für die EU vereinnahmt. Den größten Anteil an den Einnahmen hatten mit 63,2 Milliarden Euro die Verbrauchsteuern.

Im Zuständigkeitsbereich des Hauptzollamtes Landshut betrug die Höhe der Gesamteinnahmen in etwa 765 Millionen Euro, die sich aus rund 20 Millionen Euro Zölle, 585 Millionen Euro Einfuhrumsatzsteuer und etwa 160 Millionen Euro Verbrauchsteuern zusammensetzen.

Tag für Tag fließen enorme Warenströme von der Exportnation Deutschland in Nicht-EU-Länder und umgekehrt. Die Warenabfertigung ist eine zöllnerische Kernaufgabe. Gerade bei der Einfuhr von persönlicher Schutzausrüstung kommt dem Zoll eine wichtige Aufgabe zu. Zum Schutz der Verbraucher*innen prüft der Zoll gemeinsam mit den Überwachungsbehörden der Länder die Einhaltung der Vorschriften der Produktsicherheit und -konformität (z.B. CE-Kennzeichnungen). Der Zoll hat sichergestellt, dass die Warenabfertigung nach dem Auslaufen der Brexit-Übergangsregelungen ab 1. Januar 2021, vor allem an bedeutenden internationalen See- und Flughäfen, zuverlässig weiterlaufen kann.

In Vorbereitung auf den Brexit wurden frühzeitig 900 zusätzliche Stellen geschaffen und mit ausgebildeten Zöllnerinnen und Zöllnern besetzt.

Die vier Zollämter des Hauptzollamts Landshut Hallbergmoos, Passau, Plattling und Suben-Autobahn des Hauptzollamtes Landshut zählten vergangenes Jahr insgesamt über acht Millionen Positionen Warenabfertigung.

Bei deutschlandweit über 250 Millionen Zollabfertigungen im Warenverkehr mit Nicht-EU-Staaten im Gesamtwert von fast einer Billion Euro stellten die Zöllnerinnen und Zöllner im vergangenen Jahr – neben vielen weiteren Schmuggelgütern – erneut Rekordmengen an Rauschgift sicher. Darunter über neun Tonnen Kokain, mehr als drei Tonnen Marihuana und rund 1.1 Millionen Tabletten an Amphetaminderivaten (überwiegend Ecstasy).

Die Kontrolleinheiten Verkehrswege des Hauptzollamts Landshut, die regional in Passau, Plattling und Zwiesel ansässig sind, überwachen die Ein- und Ausfuhrverbote und bekämpfen den Schmuggel von verbrauchsteuerpflichtigen Waren (Zigaretten, Alkohol, etc.). Im vergangenen Jahr überprüften die Zollbeamten auf sämtlichen Verkehrswegen im Bezirk 11.000 Objekte und 14.000 Personen. Dabei wurden Drogen wie Amphetamin, Marihuana, Haschisch und über 1,1 Millionen Zigaretten sichergestellt. Im Januar dieses Jahres stoppten Zöllner*innen der Kontrolleinheit Verkehrswege Zwiesel einen PKW mit deutschem Kennzeichen am Ortsrand von Bayerisch Eisenstein. Bei der anschließenden Kontrolle wurden zuerst unter der Abdeckung im Kofferraum 630 Stück Munition gefunden, anschließend unter dem Beifahrersitz ein Revolver. Der Beschuldigte hatte keine Erlaubnis Schusswaffe und Munition nach Deutschland zu verbringen und wurde vorläufig festgenommen. Das Zollfahndungsamt München, Dienstsitz Nürnberg übernahm die weiteren Ermittlungen. Wohnungsdurchsuchungen wurden durchgeführt.

Bekämpfung der Schwarzarbeit und illegalen Beschäftigung Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) überprüfte bundesweit im Jahr 2020 mehr als 45.000 Arbeitgeber und leitete rund 105.000 Strafverfahren ein. Knapp 107.000 Strafverfahren wurden erfolgreich abgeschlossen.

Die Beschäftigten der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) beim Hauptzollamt Landshut haben im vergangenen Jahr 1.640 Straf- und 580 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Im Rahmen ihrer Ermittlungen hat die FKS Schäden in der Gesamthöhe von rund 25 Millionen Euro aufgedeckt. Dies entspricht fast einer Verdreifachung zu 2019. Fast 1.000 Arbeitgeber wurden geprüft, 2.153 Strafverfahren abgeschlossen. Für die Straftäter wurden empfindliche Freiheitsstrafen von insgesamt 40 Jahren erwirkt.

Durch das am 18. Juli 2019 in Kraft getretene Gesetz gegen illegale Beschäftigung und Sozialleistungsmissbrauch hat die FKS zusätzliche Befugnisse erhalten, die sie in die Lage versetzen, noch besser für Ordnung und Fairness auf dem Arbeitsmarkt zu sorgen. Bis zum Jahr 2029 wird zudem personell massiv gestärkt.

Vollstreckung öffentlich-rechtlicher Forderungen Der Zoll treibt Forderungen ein, die vom Schuldner nicht freiwillig bezahlt werden, wie Außenstände der Agentur für Arbeit, Krankenkassen und Berufsgenossenschaften, weiterer Sozialbehörden sowie natürlich für den Zoll selbst. Die zentrale Vollstreckungsstelle des Hauptzollamts Landshut erledigte im vergangenen Jahr rund 110.000 Fälle und trieb dabei rund 58 Millionen Euro ein. Nicht immer können die Vollziehungsbeamten/innen geschuldete Beiträge in bar kassieren. Kommt es dann zur Pfändung von Wertgegenständen, werden diese zum Teil über das virtuelle Auktionshaus unter www.zoll-auktion.de verkauft.

Ausbildungshauptzollamt Landshut

Der Zoll ist nicht nur aufgrund der guten Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein attraktiver Arbeitgeber. Der Beruf des Zöllners ist zukunftsträchtig und krisensicher.

Die zweijährige Ausbildung im mittleren und das dreijährige Studium im gehobenen Dienst bieten durch das duale System eine Ausbildung auf besonders hohem Niveau. Ausbildungs- und Praxisphasen bei den 42 Ausbildungshauptzollämtern wechseln sich dabei ab und bauen aufeinander auf. Derzeit absolvieren rund 79 Nachwuchskräfte eine Ausbildung beim Hauptzollamt Landshut. Ausführliche Informationen zum Thema Ausbildung und duales Studium beim Zoll können auf der Internetseite www.zoll.de abgerufen werden.

Fotos: Hauptzollamt Landshut

Bild 1: Schusswaffe und Munition

Bild 2: gefälscht Bekleidung

Bild 3: Kontrolle Warenabfertigung

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