Extinction Rebellion: Wir ersticken im Plastikmüll

Extinction Rebellion: Wir ersticken im Plastikmüll
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Umweltaktivisten von Extinction Rebellion Landshut machten am Samstagmittag vor der Martinskirche auf die globale Plastikmüll-Krise und die Bedrohung des Ökosystems Meer aufmerksam. Am Infostand konnten sich Passanten über plastikfreie Alternativen informieren. In mehreren Redebeiträgen schilderten die Aktivisten den Ernst der Lage: „Pro Jahr werden 300 Millionen Tonnen Plastik produziert, davon landen mehr als 12 Millionen Tonnen in den Ozeanen. Das entspricht 3 LKW Ladungen pro Minute an jedem Tag. Plastik lässt sich mittlerweile auf dem ganzen Planeten nachweisen, in der Wüste, auf Berggipfeln, sogar im arktischen Polareis. Das meiste stammt aus kommunalen Abwässern, Reifenabrieb, Auswaschungen von Mülldeponien und illegaler Entsorgung in der Landschaft, sowie dem Tourismus. Flüsse und Hochwasser tragen den schwimmenden Müll in die Meere. Viele Tiere verwechseln Plastikteile mit Nahrung, verschlucken oder filtrieren den Müll, ohne dass sie ihn verdauen können, eine Million Seevögel und 135.000 Meeressäuger verhungern jährlich mit vollen Mägen. Unzählige verlorene oder zurückgelassene Fischernetze treiben als schwimmende Fallen für Fische, Robben, kleine Wale und viele Seevögel im Meer. Durch Herstellung, Verbrennung und die Störung des globalen Kohlenstoffkreislaufs in den Ozeanen verschärft die Plastikflut auch die Klimakrise. Inzwischen nehmen auch wir Menschen 5 Gramm Plastik pro Woche zu uns, das entspricht in etwa einer Kreditkarte.“

Am Ende ihrer Reden legten sich die Teilnehmer der Versammlung wie tot auf den Boden, inmitten von gelben Säcken, um zu visualisieren, dass wir ohne Handeln sinnbildlich an unserem eigenen Plastikmüll ersticken.

Das am Samstag in Kraft getretene neue EU-Plastikverbot sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung, jedoch seien zu viele Einweg-Kunststoffverpackungen weiterhin erlaubt.

Die Aktivisten bemängeln die fehlende Strategie der Politik. Wie bei der Klimakrise oder der Biodiversitätskrise wird das Problem von Legislaturperiode zu Legislaturperiode verschleppt. Deutschland sei auch nicht Recycling-Weltmeister, sondern höchstens der größte Exporteur von Kunststoffabfällen innerhalb der EU. Allein in Malaysia landete im letzten Jahr 150.000 Tonnen deutscher Plastikabfall.

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