Fünf Verbünde für ganz Bayern – nur ein Verbund für den Bezirk Niederbayern.

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Landtags-Grüne beschließen Positionspapier „Bus und Bahn einfach machen“

Die Grünen im Bayerischen Landtag haben ein detailliertes Konzept für flächendeckende Verkehrsverbünde in Bayern beschlossen. Kernpunkt ist eine Neustrukturierung: In Zukunft soll es in Bayern nur noch fünf Verbünde geben, die sich weitgehend an den Bezirksgrenzen orientieren, oder sogar einige Bezirke zusammenfassen. So ist in dem Konzept ein ostbayerischer Verkehrsverbund mit Niederbayern und der Oberpfalz angedacht. Zudem soll sich der Freistaat sehr viel stärker finanziell engagieren, um die Verbünde dauerhaft zu fördern.

„Der bayerische Nahverkehr gleicht derzeit einem Flickerlteppich“, erklärt Landtagsabgeordneter Toni Schuberl aus Passau. „Der Zustand ist in weiten Teilen Bayerns nicht ansatzweise geeignet, die Verkehrswende zu unterstützen“. Weite Teile Bayerns haben keinen vollwertigen Verkehrsverbund mit Bus und Bahn oder On-Demand- und Sharing-Angeboten.

„Die Mobilitätswende ist eine der Grundvoraussetzungen für effektiven Klimaschutz. Für zukunftsfähige Mobilität brauchen wir ein Netz aus Bus, Bahn, Fahrrad- und Fußwegen, das allen Menschen bequem und einfach Mobilität auch ohne eigenes Auto ermöglicht. Dafür brauchen wir auch in unserer Region eine Perspektive“, fordert Rosi Steinberger aus Kumhausen. „Wichtig ist, dass man in ganz Ostbayern mit einem Ticket fahren kann“. Für Toni Schuberl ist auch eine Berücksichtigung der Ilztalbahn im Verbundgutachten wichtig.

Das ist nicht nur ökologisch, sondern auch sozial, und ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe für alle.

„Eine wichtige Basis für die verstärkte Nutzung der Öffentlichen ist, dass man sich in ganz Bayern nach dem Prinzip ‚eine Fahrkarte‘ bewegen kann: Egal welche Verkehrsmittel man auf dem Weg von A nach B nutzen möchte, es gilt dasselbe Ticket. Auch in allen Zügen des Nahverkehrs. Nur mit einem einfach nutzbaren System und gutem Angebot steigen mehr Menschen um vom Auto zu Bus und Bahn. Mit fünf großen, leistungsfähigen Verkehrsverbünden, flächendeckend in ganz Bayern, schützen wir das Klima und unterstützen die Verkehrswende“, ergänzt Dr. Markus Büchler, MdL, Sprecher für Mobilität der Landtags-Grünen.

Derzeit existieren in Bayern insgesamt zwölf vollwertige Verbünde, die höchst unterschiedlich strukturiert und bedeutsam sind. Weiter gibt es 25 Verkehrsverbünde ohne Integration von Bahntickets, acht Verbünde nur für Fahrplankoordinierung, manche Landkreise bleiben ganz ohne Verbund. Insgesamt besteht ein Dschungel an Tarifen, Strukturen und Angeboten, der das Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln oft unattraktiv macht. „Darüber hinaus lässt die Staatsregierung die Kommunen – wie so oft – finanziell im Regen stehen. Ein Landkreis, der einem bestehenden Verkehrsverbund beitreten will, muss dafür hohe Beträge zahlen. Hier muss der Freistaat koordinieren und kofinanzieren“, so Steinberger.

Anlage: Positionspapier mit detaillierten regionalen Vorschlägen.

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