Hilfe für Opfer von häuslicher Gewalt

Bundestagskandidatin Maria Krieger, Bundestagsabgeordnete Ekin Deligoez, Leiterin der LIS Katja Glies, Stadträtin Hedwig
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Was tun bei häuslicher und sexualisierter Gewalt? Betroffene finden Hilfe bei der Landshuter Interventionsstelle (LIS). Bundestagsabgeordnete Ekin Deligoez (Sprecherin für Kinder- und Familienpolitik), Bundestagskandidatin Maria Krieger und Stadträtin Hedwig Borgmann besuchten die Fachberatungsstelle, um sich über deren Arbeit und die Situation in und nach dem Lockdown zu erkundigen. „Die LIS bietet Beratung und Unterstützung für alle Betroffenen ab 14 Jahren (auch ohne Einverständnis der Eltern), für Angehörige und Fachpersonal“, erklärte Leiterin Katja Glies. Darüber hinaus arbeitet die LIS auch als Interventionsstelle in enger Zusammenarbeit mit der Polizei, als Frauennotruf und bietet eine Beratung für mitbetroffene Kinder an.

Ganz wichtig ist der Leiterin, die Präventionsarbeit in Schulen, denn in jeder Klasse sitzen Kinder, die von häuslicher oder sexualisierter Gewalt betroffen sind. Diese Arbeit musste während des Lockdowns pausieren. Für solche Situationen erstellt die LIS in Zusammenarbeit mit den Landshuter Frauenhäusern der AWO und Caritas derzeit ein digitales Präventionskonzept. Glies fordert zusätzlich ein verpflichtendes Schutzkonzept für alle Schulen, denn oft werde erst reagiert, wenn etwas passiert ist.

Im Gespräch wurde schnell klar, dass es in jeder größeren Stadt eine Gewaltambulanz braucht, die Verletzungen fachgerecht und gerichtsverwertbar dokumentiert sowie eine niedrigschwellige Rechtsberatung.  Deligoez versprach, diese Anregungen in ihre Arbeit nach Berlin mitzunehmen. Ob es während des Lockdowns zu mehr häuslicher Gewalt kam, konnte die Leiterin noch nicht beantworten. Für den Herbst kündigte Innenminister Seehofer eine Sonderauswertung des Bundeskriminalamts zu dem Thema an. „Unsere Zahlen waren gleichbleibend trotz der Tatsache, dass Betroffene weniger Gelegenheit hatten, die Interventionsstelle zu kontaktieren.“ Sorgen bereitet aber eine andere Zahl. 2020 hat die Herstellung und Verbreitung sog. „Kinderpornographie“ laut polizeilicher Kriminalstatistik starkugenommen. „Das ist schlicht unerträglich“, so Deligoez.   

Foto: Bundestagskandidatin Maria Krieger, Bundestagsabgeordnete Ekin Deligoez, Leiterin der LIS Katja Glies, Stadträtin Hedwig

Bildrechte Hedwig Borgmann

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