Hoher Besuch am Wendelstein

Hoher Besuch am Wendelstein
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Alles was in Bayern in der Bienenzucht Rang und Namen hat, fand sich auf der Bienen-Belegstelle Wendelstein ein. Die Probleme der Imker diskutierten u. a. Dr. Regina Eberhart (Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten), Tanja Schorer-Dremel (MdL, CSU), Ruth Müller (MdL, SPD), Franz Vollmaier (Präsident VBC), Annette Seehaus-Arnold (Präsidentin Deutscher Erwerbsimkerbund) zusammen mit dem Fachberater für Bienenzucht Arno Bruder, der Vorsitzenden des Imker-Kreisverbands Rosenheim, Frau Angela Solinger, dem Belegstellenbetreiber Anton Eirainer sowie Hubert Dietrich, dem Initiator der Veranstaltung und Vorstand des Bienenzuchtvereins Starnberg.

Eines der großen Probleme in der Imkerei ergibt sich aus der Zunahme der Zahl von Imkern. Da bei Discountern und Baumärkten Bienenkästen und Imkerzubehör sehr kostengünstig angeboten werden, wollen sich viele Menschen jetzt diesem Metier widmen, jedoch ohne sich vorher um eine fundierte Ausbildung zu kümmern. Die Erfahrung hat gezeigt, dass durch wilde Imkerei Gefahren für die Bienen der etablierten Bienenzüchter ausgehen, da die Bekämpfung der gefürchteten Varroamilbe nur unzureichend oder gar nicht erfolgt. In der Fachberatung für Bienen und in weiten Teilen der Imkerschaft wird daher der Ruf nach einem Imkerschein für die Neueinsteiger laut. Begründet ist dieser Ruf aus dem Kenntnisnachweis im Seuchenrecht, der Lebensmittelhygieneverordnung und im Tierwohl. Fachberater Bruder sprach sich sehr dafür aus, diesen Kenntnisnachweis unbedingt einzuführen, so wie es bei den Jägern und Fischern auch seit Langem Pflicht ist.

Anton Eirainer wies auf ein weiteres drängendes Problem hin: In jüngerer Zeit kommt es immer wieder zu Einwanderungen von Imkern in den Schutzkreis der Belegstelle. Die Belegstelle Wendelstein liegt im Zentrum eines Kreises von 7.5 km Durchmesser, in dessen Bereich keine anderen Bienenrassen als die der Zuchtvölker der Belegstelle gehalten werden dürfen. Durch die Einwanderung werden Fremddrohnen, die männlichen Bienen, in das Gebiet gebracht, die eine genetisch gezielte Befruchtung der Königinnen mit Hochleistungsvölkern zunichtemachen. Da die Einwanderung oft aus Unkenntnis über den Gebietsschutz zustande kommt, sollen nun Kennzeichnungsschilder aufgestellt werden. Die Verantwortlichen der Landratsämter Miesbach und Rosenheim stehen dem Projekt positiv gegenüber, es gilt jedoch noch einige juristische Hürden zu überwinden. Die Vertreter, bzw. die bienenpolitischen Sprecher der Parteien wollen sich ebenfalls dafür verwenden, um ggf. eine bayernweite Lösung zu schaffen.

Der Präsident des Verbandes der Bayerischen Carnicazüchter (VBC) überreichte den Betreibern der Belegstelle Wendelstein eine hohe Auszeichnung für die vorbildliche Führung dieser Einrichtung. Besonders hervorgehoben wurde die exzellente Auswahl der Drohnenvölker und die Anstrengungen zur Absicherung des Gebietes, um die Ansiedlung von fremden Bienenrassen zu verhindern. Da sich gerade die Hochgebirgsbelegstellen als sichere Anpaarungspunkte ohne Fremddrohnen zeigen, wird der VBC auch jene den Imkern besonders zur Nutzung empfehlen.

Übereinstimmend stellten die Anwesenden fest, dass Belegstellen geschützt werden müssen und ferner der Wert der Bienenzucht nicht hoch genug einzuschätzen ist, da rund 80 % unserer Lebensmittel ausnahmslos von der Bestäubung durch die Bienen abhängig sind.

Bildunterschrift: Ruth Müller, MdL Hubert Dietrich, Vorstand des Bienenzuchtvereins Starnberg und Ruth Müller, MdL

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