Innovationen made in Siegenburg

Innovationen made in Siegenburg Ruth Müller, MdL informiert sich über Chancen bei Unternehmensnachfolgen
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Ruth Müller, MdL informiert sich über Chancen bei Unternehmensnachfolgen

„Als wir am 15. August vor einem Jahr von Furth nach Siegenburg gezogen sind, haben wir zwar auf Wachstum gesetzt, aber unsere Erwartungen wurden übertroffen“, berichtet Geschäftsführer Markus Struppe beim Besuch der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Ruth Müller aus dem benachbarten Pfeffenhausen. Müller informiert sich im Rahmen ihrer Sommertour über innovative Unternehmen, die die Corona-Krise als Chance für Weiter- und Neuentwicklungen nutzen konnten. EURANEG gehört dazu, denn als Struppe das Unternehmen zum 1. Januar 2019 übernahm, war er mit einem Mitarbeiter alleine. Heute arbeiten zwölf Beschäftigte in der Halle im Siegenburger Gewerbegebiet.

Auf dem Hof stehen Paletten mit Lüftungsgeräten, die in die Schweiz, nach Stuttgart und nach Österreich versandt werden sollen. Und im Lager stapeln sich Dosierspender, die je nach Kundenwunsch gelabelt werden und so individualisiert für Hygiene- und Desinfektionsmittel eingesetzt werden können. „Eigentlich wollte ich ein Start-Up begleiten, fand es dann aber spannender, einen alteingesessenen Betrieb, für den es keine Unternehmensnachfolge gab, weiterzuentwickeln“, erinnert sich Geschäftsführer Markus Struppe an die Anfänge. In den zweieinhalb Jahren ist viel passiert, nicht nur der Umzug nach Siegenburg. Auch Corona „passierte“ und sorgte für eine gesteigerte Nachfrage nach Dosierspendern und gleichzeitig für Lieferengpässe, denn produziert wurden diese bis dahin in Taiwan und China.

„Wir haben die Produktion nach Bayern, an den Ammersee verlagert und können zu einem ähnlichen Preis anbieten, aber mit einer deutlich höheren Lieferstabilität“, berichtet der Leiter Produktentwicklung und Qualitätsmanagement der Firma, Michael Detterbeck stolz von der gelungenen Umstellung und der damit verbundenen deutlich kürzer gewordenen Lieferkette. Gleichzeitig habe man sich aber auch überlegt, welche zusätzlichen Artikel man ins Sortiment aufnehmen könne, um auf Dauer erfolgreich zu sein. Und hier traf sich das Trio aus Unternehmer Struppe, Bio-Wissenschaftlerin und Geschäftsführerin Sarah-Madeleine Ilmberger und dem Praktiker aus dem Elektronik- und Gebäudeautomationsbereich Michael Detterbeck. Gemeinsam entwickelte man hochwertige Luftreiniger für Räume von 40 bis 120 Quadratmeter, die sowohl mit HEPA-Filtertechnik, Aktivkohlefiltern als auch mit UVC-Lampen arbeiten und dadurch Keime, Mikroorganismen und Viren bestrahlen. „Wenn wir nach den Sommerferien in ein Präsenz-Unterrichtsjahr starten wollen, müssen wir auf eine Kombination verschiedener Maßnahmen setzen“, so Müller. Und dazu gehören neben den Abstands- und Hygieneregeln eben auch die Luftfilter-Technik. Deshalb habe sowohl der Freistaat Bayern als auch die Bundesregierung ein Förderprogramm aufgelegt, um passende Klassenräume auszustatten.

„Eine flächendeckende Ausstattung bis zum Herbst hinzubekommen, ist nahezu illusorisch, wenn man bedenkt, dass die Beschaffung der HEPA-Filter rund 6 – 7 Wochen Vorlauf benötigt“, relativierte Markus Struppe die Vorstellung, dass nach den Ferien alle Klassenzimmer ausgestattet sein könnten. Dennoch müsse man sich auf den Weg machen und die Entscheidungen auf kommunalpolitischer Ebene treffen, welche Räume man in welcher Reihenfolge ausstatten wolle. Dabei war es Michael Detterbeck wichtig, darauf hinzuweisen, dass durch unklare Ausschreibungen oftmals nur noch die teuersten Geräte infrage kommen, die aber manchmal auch überdimensioniert seien. „Wir beraten die Kommunen gerne, wenn es darum geht, die passende Größe und Ausstattung für die Schule oder KiTa zu finden“, stellte Detterbeck fest. Ruth Müller zeigte sich von der Innovationsfreudigkeit, aber vor allem auch von den familienfreundlichen Arbeitsbedingungen und der Rückbesinnung auf regionale Lieferketten von dem Betrieb beeindruckt.

Fotografin: Beate Detterbeck

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