Kapazitäten werden dem Bedarf angepasst: Impfzentrum und Corona-Teststationen ziehen auf die Grieserwiese um

Impfzentrum nimmt am Montag Erstimpfungen wieder auf Nach wochenlanger Durststrecke werden in der kommenden Woche rund 1.800 Dosen für Erstimpfungen erwartet – Sonderkontingent für Bewohner der Gemeinschaftsunterkünfte
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Betrieb am neuen Standort wird Mitte der kommenden Woche aufgenommen – Das Landshuter Messezentrum ist damit wieder frei für andere Veranstaltungen

Angesichts der aktuell niedrigen Infektionszahlen ist der Bedarf an Schnell- und PCR-Tests in der Stadt Landshut seit mehreren Wochen stark rückläufig. Gleichzeitig sinkt leider auch die Nachfrage nach Schutzimpfungen gegen das Coronavirus SARS-Cov-2. Die Stadt Landshut hat auf diese Entwicklungen reagiert und die Kapazitäten ihres Impfzentrums sowie der Corona-Teststationen angepasst. Zudem ziehen die beiden Einrichtungen vom Messegelände an der Niedermayerstraße auf die Grieserwiese um. Dort hat die Schnellteststation bereits ihren Betrieb aufgenommen, das Impfzentrum und die PCR-Teststation werden voraussichtlich Mitte der kommenden Woche folgen. Bis dahin bleibt der Standort Messegelände unverändert bestehen, so dass ein reibungsloser Übergang gewährleistet werden kann.

„In den vergangenen Wochen konnten wir die im Impfzentrum zur Verfügung stehenden Kapazitäten leider bei Weitem nicht mehr ausschöpfen“, so Leiter Thomas Schindler. Statt der theoretisch möglichen rund 1.000 Impfungen pro Tag seien zuletzt in der Spitze nur rund 3.000 Erst- und Zweitimpfungen pro Woche durchgeführt worden. Schindlers Fazit: „Im ersten Halbjahr herrschte über Monate hinweg akuter Impfstoffmangel, so dass wir viele Impfwillige vertrösten mussten. Jetzt wäre zwar endlich ausreichend Impfstoff vorhanden – aber leider schwindet nun das Interesse in der Bevölkerung.“ Die Stadt werde zwar weiter versuchen, diesem laut Schindler „besorgniserregenden Trend“ mit diversen Sonderaktionen entgegenzuwirken. Dennoch könne man die Entwicklung nicht einfach ignorieren, betont auch Oberbürgermeister Alexander Putz: „Ein Impfzentrum in dieser Dimension vorzuhalten, war zu Beginn der Impfkampagne richtig und zwingend nötig. Denn die Immunisierung der Bevölkerung darf keinesfalls dadurch verzögert werden, dass die Infrastruktur vor Ort fehlt. Doch ein Impfzentrum dieser Größe verursacht natürlich Woche für Woche hohe Kosten, die am Ende die Allgemeinheit zu tragen hat.“ Die Ausgaben seien in diesem Umfang nun nicht mehr zu rechtfertigen. „Daraus haben wir die Konsequenzen gezogen und werden die Kapazitäten entsprechend verringern.“

Auf der Grieserwiese wird das Impfzentrum in einem Zelt untergebracht sein. „Dort können wir täglich immer noch bis zu 500 Impfungen vornehmen“, sagt Schindler. Weil inzwischen auch niedergelassene Ärzte und Betriebsärzte an der Impfkampagne beteiligt sind und zudem rund zwei Drittel der aktuell impfberechtigten Bevölkerung über 16 Jahren mittlerweile zumindest einen „ersten Stich“ erhalten haben, geht Schindler davon aus, dass das Impfzentrum auch für eine wieder steigende Nachfrage ausreichend dimensioniert wäre. „Wir könnten ja immer noch problemlos mehr als 3.500 Impfungen pro Woche abwickeln. Dazu kämen die Kapazitäten der mobilen Teams. Wer geimpft werden möchte, der darf auch weiterhin damit rechnen, kurzfristig an die Reihe zu kommen.“

Ebenfalls deutlich weniger Andrang als noch im ersten Halbjahr herrscht momentan an den Corona-Teststationen der Stadt. „Weniger Neuinfektionen führen naturgemäß nicht nur zu weniger Ansteckungen und Krankheitsfällen, sondern auch zu weniger Kontaktpersonen, die ebenfalls getestet werden müssten“, nennt Schindler einen der Gründe für den Rückgang. „Außerdem konnten wegen der niedrigen 7-Tage-Inzidenz die Infektionsschutzmaßnahmen bekanntlich spürbar gelockert werden.“ Um beispielsweise Gastronomie und Einzelhandel nutzen zu können, sei zwischenzeitlich die Vorlage eines negativen Coronatests erforderlich gewesen. „Diese Voraussetzung ist längst entfallen. Zudem sind vollständig Geimpfte und Genesene in der Regel von Testpflichten befreit. Angesichts dieser Faktoren ist es nur logisch, dass die Testnachfrage stark gesunken ist.“ Folgerichtig seien die Schnell- und PCR-Teststationen auf dem Messegelände inzwischen überdimensioniert. „Wir verlagern beides ebenfalls auf die Grieserwiese, sodass Impfzentrum und Teststationen nach wie vor an einem Standort gebündelt sind“, so Schindler. „Zudem bleibt natürlich auch das Schnelltest-Angebot vor dem Rathaus in der Altstadt bestehen.“ Insgesamt können an den Standorten Grieserwiese und Rathaus/Altstadt täglich bis zu 1.000 PCR-Tests und etwa 2.000 Antigen-Schnelltests vorgenommen werden. Nötigenfalls könnten die Kapazitäten zudem kurzfristig wieder erhöht werden, versichert Schindler. „Wer getestet werden möchte oder einen negativen Testnachweis braucht, findet also vor Ort weiterhin genügend Möglichkeiten vor.“

Ein weiterer Beweggrund für die Verlagerung des Impfzentrums und der Teststationen ist die Tatsache, dass das Messegelände dadurch wieder für andere Veranstaltungen zur Verfügung gestellt werden kann, betont OB Putz. „Wir wissen zwar nicht, wie sich die Infektionslage und damit die landesrechtlichen Infektionsschutzregeln bis zum Herbst entwickeln. Sofern die Regeln aber im Herbst Messen gestatten, sollte zum Beispiel auch die Niederbayernschau stattfinden können“, so Putz. Eine Standortalternative zum Messegelände gebe es dafür nicht. „Deswegen schaffen wir mit dem Umzug letztlich auch die Voraussetzungen, dass eine solche Messe und ähnliche Veranstaltungen unter den Bedingungen einer Pandemie durchgeführt werden könnten – wenn es das Infektionsgeschehen und die Rechtslage erlauben sollten.“

Foto: Stadt Landshut (Verwendung mit Quellenangabe honorarfrei möglich)

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