Landshuter Hochzeit surreal interpretiert

Landshuter Hochzeit surreal interpretiert OB Putz eröffnet Lars Herrmanns Ausstellung im Röcklturm
Teilen

OB Putz eröffnet Lars Herrmanns Ausstellung im Röcklturm

„1475 / MCDLXXV“ heißt die Ausstellung des freischaffenden Künstlers Lars Herrmann, die Oberbürgermeister Alexander Putz am Freitagabend im Röcklturm eröffnet hat. Schon der Titel lässt erahnen, welchen Bezug Herrmann seinen Werken verleiht: es ist die Landshuter Hochzeit als Herzstück, der er seine künstlerische Schaffenskraft widmet. Ganz bewusst nimmt das historische Fest Herrmanns schöpferischen Fokus ein – denn es ist weniger das Werk als solches, als vielmehr eine künstlerische Ode an den von ihm gewählten Ausstellungsort, dessen spezifische Besonderheiten er in seinen Bildern hervorhebt und identitätsstiftend zum Ausdruck bringt.

Das zeichnerische Handwerk und das Naturstudium bilden dabei die Grundlage seiner Kunst; als technische Requisiten dienen Kugelschreiber, Tusche und Grafit, mit denen er seine Motive – meist auf Buchkarton – puristisch wie ausdrucksstark zum Leben erweckt. Das Ergebnis sind surreale, phantastische – gar philosophisch anmutende Bilder. So eröffnet sich den Besuchern der Ausstellung ein interessanter Blick von außen auf die den Landshutern wohlvertrauten Figuren Hedwig von Polen und Herzog Georg. Verhüllt bis zur Unkenntlichkeit ist beispielsweise auf einem Bild das Gesicht des Herzogs zu sehen – wie er für die erst kurz vor der Hochzeit eingetroffene Braut ein vollkommen Unbekannter war; im übertragenen Sinne eine Allegorie für die Ehe im Mittelalter, die im Wesentlichen aufgrund wirtschaftlicher und machtpolitischer Interessen geschlossen wurde.

Zum Werdegang des Künstlers: Lars Herrmann ist in Olbernhau, Erzgebirge, geboren. Seine Leidenschaft und Begeisterung fürs Zeichnen entdeckte der heute 53-Jährige schon im frühen Kindesalter; um sein geliebtes Hobby zu vertiefen, besuchte er ab der fünften Klasse bis zum Abitur eine Zeichenakademie. 1993 absolvierter er sein Studium der Kunstgeschichte, Buchwissenschaften und Geschichte. Bevor es Herrmann 2017 nach Freising verschlug, seinem heutigen Wohnsitz, arbeitete und lebte der freischaffende Künstler 13 Jahre lang in Erlangen.
Seine letzte Ausstellung fand im März 2020 in Neufahrn statt. Die Ausstellung im Landshuter Röcklturm, in der auch die im vergangenen Jahr entstandenen Arbeiten sowie ältere Werke gezeigt werden, ist für ihn eine besondere – denn es ist die erste nach der langen coronabedingten Durststrecke. Neben einem gelungenen Auftakt wünschte Oberbürgermeister Alexander Putz Lars Herrmann, dass möglichst viele Besucher die Gelegenheit wahrnehmen, im Röcklturm vorbeizuschauen, um seine sehenswerte Kunst live zu genießen.

Die Ausstellung ist noch bis 5. September, samstags und sonntags jeweils von 14 bis 17 Uhr zu sehen; wenn das Literaturcafé bei schönem Wetter geöffnet hat, ist ein Zugang zu den Ausstellungsräumlichkeiten auch unter der Woche möglich. Der Künstler ist samstags und sonntags in der Ausstellung anwesend. Der Eintritt ist frei. Beim Besuch der Ausstellung gelten die aktuellen „Corona-Regeln“.

Foto: Stadt Landshut (Abdruck mit Quellenangabe honorarfrei)

Bildunterschrift: Bei der Vernissage am Freitag im Röcklturm gratulierte Oberbürgermeister Alexander Putz (rechts) dem freischaffenden Künstler Lars Herrmann zur gelungenen Ausstellung und überreichte ihm als Zeichen der Wertschätzung ein Buchskranzerl.



Beiträge

Share This