Mehr als nur fleißige Bienchen – Quo vadis bayerische Imkerei?

Mehr als nur fleißige Bienchen - Quo vadis bayerische Imkerei?
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Ruth Müller wagt sich mit den bayerischen Imkern aufs digitale Parkett

Informativ und kurzweilig ging es zu beim digitalen Treffen der imkereipolitischen Sprecherin der SPD Landtagsfraktion, Ruth Müller, mit den Bienenexperten aus ganz Bayern. Müller hatte sich für die gut besuchte Veranstaltung, die als Livestream auf Facebook durchgeführt wurde, mit dem Präsidenten des Landesverbands der bayerischen Imker, Stefan Spiegl, fundierte fachliche Unterstützung gesichert. Spiegl, der ebenfalls Vizepräsident des Deutschen Imkerbundes ist, hatte für seinen Vortrag spannende Themen mitgebracht, von den aktuellen Entwicklungen im Landesverband über Möglichkeiten der Imkerförderung bis hin zu den Chancen der Digitalisierung für die Imkerei.

Traditionellen Imkerempfang virtuell am Leben erhalten

Müller, die bereits 2017, 2018 und 2019 zu einem niederbayerischen Imkerempfang geladen hatte und auch in anderen Regierungsbezirken regelmäßig Informationsabende durchführt, hat sich in diesem Jahr für eine corona-bedingte neue Plattform entschieden: „Der Kontakt und der politische Austausch mit den Imkern in der Region ist mir sehr wichtig und daher freue ich mich besonders, dass sich die vielen Interessenten von dem ungewohnten Aufeinandertreffen im Internet nicht haben abhalten lassen und sich mit mir auf digitale Parkett gewagt haben.“

Auswirkungen von Corona auf die Amtsausübung der Honighoheiten

Ebenfalls zu dem virtuellen Meeting geladen waren die amtierenden bayerischen Honighoheiten, Königin Katharina II und Prinzessin Alexandra. Die beiden Repräsentantinnen der Bayerischen Imkerverbände, die 2019 für zwei Jahre ins Amt gewählt worden sind, berichteten über die starken Auswirkungen von Corona auf ihr Amt: „Als es im März vergangenen Jahres plötzlich losgegangen ist und alle Veranstaltungen abgesagt wurden, habe ich schnell gemerkt wie sehr mir der Kontakt mit den Leuten fehlt und wie bereichernd und angenehm ich den persönlichen Austausch bisher wahrgenommen haben“, erzählte Königin Katharina von ihrer bisherigen Amtszeit. Prinzessin Alexandra ergänzte: „Das Tollste, das ich bisher erleben durfte, war die Ehrung eines Imkers für seine 80jährige Mitgliedschaft, so eine wichtige Anerkennung muss man persönlich überbringen, sowas geht nicht virtuell.“

Neues aus der Imkerei

Fachreferent Stefan Spiegl hatte interessante Zahlen im Gepäck. 2020 hat der Bayerische Landesverband über 700 neue Mitglieder dazugewonnen. Deutschlandweit gibt es aktuell bereits etwa 132.000 Imker, die insgesamt etwa eine Million Bienenvölker betreuen: „Wir erleben seit Jahren einen richtigen Imkerboom“, so Spiegl, „dadurch hat sich auch die Imkerschaft selbst verändert. Wir haben nun deutlich mehr weibliche Mitglieder, etwa 20 Prozent, und einen ständig steigenden Anteil an Stadtimkern.“ Stefan Spiegl stellte außerdem aktuelle Projekte vor wie das Bemühen um eine Bienenwachsverordnung, das Engagement für mehr Imkereibildung an den Schulen, die Aufklärungsarbeit für insektenfreundlichere Privatgärten, aber auch die digitalen Fortschritte für mehr Qualität in der Imkerei, wie etwa die bayerische Varroa-App, über die sich Imker Informationen zu Befallsregionen und zu Behandlungsmöglichkeiten von Bienenvölkern gegen die Varroa-Milbe holen können. „Am wichtigsten ist mir aber, dass sich jeder Imker der Verantwortung bewusst ist, die er für seine Bienenvölker trägt“, so Spiegl, „die Bienen brauchen zuverlässige Betreuer, die sich an geltende Regelungen halten und sich mit viel Gefühl und Wissen um ihre ‚Haustiere‘ kümmern.“

Ruth Müller kämpft für Bienenrechte

Ruth Müller bekräftigte, dass seit dem Volksbegehren für Artenvielfalt vor zwei Jahren ein kräftiger Zug bei dem Thema in der Politik entstanden ist: „Ich werde mich als imkereipolitische Sprecherin

im Landtag weiterhin darum kümmern, dass die Bedürfnisse, von denen ich im persönlichen Austausch mit der Imkergemeinschaft erfahre, in konkrete Initiativen umgesetzt werden, die in der Praxis

weiterhelfen, dass wir in Niederbayern weiterhin so erfolgreiche Honigernten erleben dürfen.“ So hat die SPD gerade aktuell erfolgreich mit einem Antrag im Landtag durchgesetzt, dass zu den Auswirkungen der gegenwärtigen Notfallzulassungen für Neonicotinoide im Zuckerrübenanbau berichtet werden muss inwiefern sich die Insektizide auf die Insektenpopulation auswirken und wie sich die Entwicklung und Zulassung von insektenschonenderen Wirkstoffen entwickelt.

Der Livestream ist auf der Facebook Seite der SPD Landtagsfraktion in der Rubrik Videos abgespeichert und bei Interesse jederzeit nachträglich abrufbar.

Bild: Pressestelle der SPD Landtagsfraktion

Bildunterschrift, v. l.n. r.: Ruth Müller (MdL), Stefan Spiegl (Präsident des Landesverbandes der bayerischen Imker und Vizepräsident des Deutschen Imkerbundes), Katharina Gegg (Bayerische Honigkönigin Katharina II), Alexandra Krumbachner (Bayerische Honigprinzessin Alexandra)

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