„Mitten ins Herz“: Matinee findet wieder vor Ort statt

Mitten ins Herz
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Werk von Friederike Mayröcker im Mittelpunkt

Nachdem die literarisch-musikalische Reihe „Mitten ins Herz“ vor der Sommerpause digital umgesetzt wurde, startet sie nun wieder in Präsenz ins letzte Quartal: Am Sonntag, 17. Oktober, lädt die Stadtbücherei in den Veranstaltungssaal im Salzstadel ein, um Heinz Oliver Karbus und Martin Kubetz um 11 Uhr zu lauschen, wenn sie Friederike Mayröckers Werk präsentieren. Eine Anmeldung über die Stadtbücherei unter Telefon 0871-22877 ist erforderlich.

Friederike Mayröcker, die im Juni dieses Jahres verstorben ist, veröffentlichte bis zu ihrem Tod stetig Lyrik, Prosa sowie Hörspiele und zählt zu den wichtigsten Autorinnen ihrer Generation im deutschsprachigen Raum. Diese Stellung verdankte sie in erster Linie ihrer Lyrik.
1924 in Wien geboren, begann sie bereits 1939 erste literarische Arbeiten und schon sieben Jahre später folgten kleinere Gedichtveröffentlichungen in der Wiener Avantgarde-Zeitschrift „Plan“. Seitdem folgten Lyrik, Prosa, Erzählungen, Hörspiele, Kinderbücher und Bühnentexte. Für ihr Werk wurde Mayröcker vielfach ausgezeichnet, unter anderem 2001 mit dem Georg-Büchner-Preis.
Gemeinsam mit Ernst Jandl, mit dem sie von 1954 bis zu dessen Tod im Jahr 2000 zusammenlebte, verfasste sie das Hörspiel „Fünf Mann Menschen“, für das sie den Hörspielpreis der Kriegsblinden erhielten und damit einer größeren Öffentlichkeit bekannt wurden. Ab 1969 reicht das Einkommen aus der Kunst aus und Mayröcker arbeitet nicht mehr als Lehrerin, wodurch sie sich nun ungeteilt größeren Prosawerken und weiteren Hörspielen widmen konnte. Ihre Arbeitsweise beschrieb Mayröcker so: „Ich lebe in Bildern. Ich sehe alles in Bildern, meine ganze Vergangenheit, Erinnerungen sind Bilder. Ich mache die Bilder zu Sprache, indem ich ganz hineinsteige in das Bild. Ich steige solange hinein, bis es Sprache wird.“ (In: Heimspiel. Programmzeitschrift des ORF-Radiokulturhauses, März 2007, S. 5)
Mayröckers Prosawerk wurde oft als autofiktional beschrieben. Die prominenten Ich-Erzählinstanzen berichten meist von lebensweltlichen und alltäglichen Begebenheiten, häufig werden klassisch autobiographische Elemente wie Zitationen privater Gespräche, Briefe und Tagebucheinträge in die Prosatexte eingearbeitet. Paradoxerweise bestand Mayröcker in Interviews immer wieder auf ihrer eigenen „Biographielosigkeit“.
Noch 2021 wurde sie für ihren Prosaband „da ich morgens und moosgrün. Ans Fenster trete“ für den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik nominiert. Sie lebte in Wien, wo sie am 4. Juni 2021 im Alter von 96 Jahren starb.

Heinz Oliver Karbus kennt man in Landshut vor allem als Regisseur. Am Stadttheater Landshut inszenierte er unter anderem „Hamlet“, „Der Sommernachtstraum“ und zuletzt „Baal“ von Berthold Brecht. Karbus‘ Shakespeare Übersetzungen werden im gesamten deutschen Sprachraum aufgeführt. Im Fernsehen spielte er zum Beispiel im „Tatort“, „Soko-Wien“ und in „Ein Sommer im Burgenland (2014)“. Bei „Mitten ins Herz“ stellt Karbus ausgewählte Poeten vor, deren Werk Martin Kubetz mit eigens dafür komponierter Musik, meist am Klavier, gekonnt in Szene setzt. Kubetz, der seit über 20 Jahren als Multi-Instrumentalist und Sänger mit eigenen Kompositionen auftritt, komponiert und eigene Bühnenprojekte verfolgt, ergänzt die verschiedenartigen Texte mit seiner Musik zu einem exzellenten Gesamtwerk.

Eine Anmeldung zur poetisch-musikalischen Matinee ist erforderlich: über die Stadtbücherei unter Telefon 0871-22877. Der Eintritt erfolgt nach 3G-Nachweis bei einem Eintritt von 7 Euro.
Einige Podcasts früherer Lesungen sind auch weiterhin online verfügbar und können über die Internetseite der Stadtbücherei unter www.landshut.de/stadtbuecherei unter „Veranstaltungen“ – „Mitten ins Herz“ gefunden werden.

Foto: Abdruck honorarfrei

Bildunterschrift: Jetzt anmelden für „Mitten ins Herz“: Martin Kubetz (links) und Heinz Oliver Karbus (rechts) sind am 17. Oktober wieder im Veranstaltungssaal im Salzstadel zu sehen.

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