Nachhaltiger Schokoladengenuss aus dem Binatal

Nachhaltiger Schokoladengenuss aus dem Binatal Landwirtschaftspolitische Sprecherin Ruth Müller, MdL besuchte Schokoladen-Manufaktur
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Landwirtschaftspolitische Sprecherin Ruth Müller, MdL besuchte Schokoladen-Manufaktur

„Es wird viel über Nachhaltigkeit und kurze Lieferwege gesprochen, aber hier wird gehandelt“, stellte die agrarpolitische Sprecherin der BayernSPD-Landtagsfraktion, Ruth Müller, MdL bei ihrem Besuch in der „Wildbach-Schokoladen-Manufaktur“ in Binabiburg fest. Jenseits der Kakaobohnen und des Zuckers kommen fast alle anderen Zutaten aus der näheren Umgebung: Die genfreie Milch kommt von Kühen aus Oberbayern und die Milchbauern erhalten einen fairen Preis. Und auch bei den Geschmackszutaten wie Nüssen wird auf regionale Erzeugung geachtet. Gottfried und Kathleen Sandböck haben das Unternehmen 2003 gegründet und Anfang des Jahres mit Andreas Mohrs aus München einen engagierten Nachfolger gefunden, dem der Handel mit Schokolade als Geschäftsführer eines Schokoladen-Betriebs nicht fremd war. Was beide verbindet, ist der Nachhaltigkeitsgedanke und das Bewusstsein für eine soziale und ökologische Verantwortung beim Anbau und beim Vertrieb von Lebensmitteln. „Als Pilot war ich weltweit unterwegs und habe in Westafrika die Kinder auf Kakaoplantagen arbeiten sehen“, berichtet Mohrs der SPD-Landtagsabgeordneten Ruth Müller, die zusammen mit dem SPD-Ortsvorsitzenden Markus Schlichter und den SPD-Mitgliedern sowie mit Vincent Hogenkamp zu Besuch im Binabiburger Büro war. . „In Sumatra wird der Regenwald abgeholzt, um Palmöl anzubauen und in Westafrika können drei Millionen Kinder nicht zur Schule gehen, weil sie arbeiten müssen“. Und das alles nur, damit bei uns die Schokolade, die im Übrigen früher ein Luxusprodukt war, für unter einen Euro verscherbelt werden kann, stellt er die globalen Gegensätze und Zusammenhänge deutlich dar. „Wir bei Wildbach verwenden keinerlei Palmöl sondern echte faire Kakaobutter“, erklärt Mohrs weiter.

Aus Liebe zum Genuss, aber auch aus Respekt und Fairness gegenüber Menschen, Tieren und Rohstoffen wird die „Wildbach-Schokolade“ hergestellt, die mittlerweile von Firmen, die auf Nachhaltigkeit setzen, auch mit Firmenlabeln versehen, verschenkt wird. „Wir kaufen die Kakaobohnen direkt von den Bauern in Kolumbien und bezahlen faire Preise“, so Andreas Mohrs. Damit könne die Wertschöpfung in der Region verbessert, Bildungschancen für Kinder ermöglicht und ein verbessertes Gesundheits- und Sozialwesen aufgebaut werden. Der Bio-Rohrohrzucker stammt aus Paraguay, der auch auf Kleinstbetrieben hergestellt wird und so Familien ein nachhaltiges und langfristiges Einkommen sichert. „Nachhaltigkeit“ wird auch im Hinblick auf die Verpackung der Schokolade umgesetzt: Möglichst wenig Alufolie und eine schmale Papierbanderole mit individueller Gestaltung. „Die Diskussionen um die Regenbogenfarben bei der EM haben mich so geärgert, dass wir nun ganz neu die „Respekt-Schokolade“ im Programm haben“, so Mohrs. Denn aus seiner Arbeit wisse er, dass Hautfarbe und sexuelle Orientierung für die Zusammenarbeit im Cockpit keine Rolle spiele, sondern der Mensch mit seinen Talenten zähle. „Es ist schön zu sehen, dass sich die Manufaktur neben guten Lieferketten auch für das Thema Diversität stark macht“, lobte SPD-Bundestagskandidat Hogenkamp. Rund 400.000 Tafeln Schokolade in 200 verschiedenen Sorten werden von der Binabiburger Schokoladenmanufaktur über ein Vertriebsnetz mit kleinen Händlern in ganz Deutschland im Jahr auf den Weg zum Kunden gebracht. „Gäbe es mehr Unternehmer wie Sie, die Ihrer sozialen und ökologischen Verantwortung nachkommen, hätten wir in Deutschland gar kein Lieferkettengesetz gebraucht“, bedankte sich Müller bei dem Unternehmer, der nun in Niederbayern eine neue Heimat gefunden hat.

Fotografin: Juliane Schlichter

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