Qualität made in Germany

Bundestagsabgeordneter Florian Oßner und Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier (beide CSU) möchten mit Orhan Söhmelioglu, dem Vorsitzenden des Deutschen Maskenverbandes, den Grundstein legen, um auch in Zukunft die inländische Maskenproduktion zu sichern
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Abgeordnete Oßner und Radlmeier tauschen sich mit Maskenverband aus

Anfang 2020 löste die Pandemie Hektik aus: Schutzausrüstung wie Masken war Mangelware, dubiose Händler verlangten Mondpreise, gefälschte Zertifikate waren im Umlauf. Um dem entgegenzuwirken, wurde eine Maskenproduktion in Deutschland aufgebaut. Doch wie soll es mit der inländischen Maskenproduktion weitergehen? Darüber sprachen Vertreter des Deutschen Maskenverbandes mit den Abgeordneten Florian Oßner und Helmut Radlmeier (beide CSU).

Wie abhängig Deutschland von Asien mittlerweile ist, wurde jedem zu Beginn der Corona-Pandemie schmerzlich bewusst: Schutzmasken, im Normalfall millionenfach zu einem Stückpreis von wenigen Cent vorhanden, waren aufgrund von unterbrochenen Lieferketten und dem gestiegenen Bedarf plötzlich Mangelware.

Im Auftrag des Bundes baute eine Reihe von Mittelständlern in Deutschland daraufhin eine Maskenproduktion auf, um die begehrten Güter selbst herzustellen. 45 dieser Betriebe haben sich im März zum Deutschen Maskenverband zusammengeschlossen. Der macht derzeit auf ein Problem aufmerksam: Viele Abnehmer haben mittlerweile wieder auf asiatische Billig-Güter umgestellt. Zugleich laufen die Verträge mit dem Bund aus. „Der deutschen Maskenproduktion droht das Aus“, machte Orhan Söhmelioglu, Vorsitzender des Deutschen Maskenverbandes, im Gespräch mit den Abgeordneten Florian Oßner und Helmut Radlmeier (beide CSU) deutlich. Sowohl Arbeitsplätze als auch Know-how gingen verloren, so Söhmelioglu, dessen Firma SWS-Medicare in Altheim Masken produziert. Wenn außerdem für die Spezial-Maschinen kein Bedarf mehr sei, würden diese ins Ausland verkauft. Eine Wiederaufnahme der Produktion in Deutschland wäre dann nicht mehr möglich.

Notreserve anlegen

Natürlich sei jedem klar gewesen, dass die Dimension während der Pandemie – hoffentlich – einmalig war, war man sich einig. Um eine Produktion wie zu Spitzenzeiten gehe es dem Verband daher gar nicht. Vielmehr will man darauf aufmerksam machen, dass man auch künftig Schutzmasken brauche: Zum einen im Gesundheitswesen. Krankenhäuser und Arztpraxen, Pflegedienste und Pflegeheime brauchen laufend eine große Anzahl an Masken. Gleiches gelte für den Arbeitsschutz.

Um für die nächste Pandemie oder andere Katastrophen gerüstet zu sein, brauche der Staat eine Notreserve. „Die Pandemie hat wieder gezeigt, dass Deutschland unabhängiger vom Ausland werden muss. Eine inländische Maskenproduktion könnte dies sicherstellen. Durch das Anlegen eines Backups an Schutzmasken könnte der Staat im Falle des Falles außerdem blitzschnell und bedarfsgerecht reagieren“, so Bundestagsabgeordneter und Mitglied im Haushaltsausschuss, Florian Oßner.

Betrug vermeiden

Egal in welchem Bereich in Deutschland Masken eingesetzt werden: Die Qualität sollte stimmen, mahnte Söhmelioglu an. Diese wird etwa in seinem Betrieb ständig geprüft. Im Inland hätten die Kontrollbehörden auch direkten Zugriff und könnten selbst unkompliziert die Qualität testen. Im Ausland sei das natürlich nicht möglich. Ob dort die einmal erteilte Zertifizierung noch aktuell sei, könne niemand garantieren. „Im Maskenverband haben wir uns der laufenden Qualitätskontrolle verschrieben“, so der Vorsitzende. „Diese Transparenz ist uns wichtig“, unterstrich Söhmelioglu. „Da auch viel Schindluder und Betrug mit den Masken betrieben wurde, muss neues Vertrauen aufgebaut werden. Das gelingt nur, wenn alles offengelegt wird“, forderte der Wirtschaftspolitiker Oßner. Die engmaschigen Kontrollen sah auch Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier als großen Pluspunkt der deutschen Hersteller an: „Kontrollierte Qualität made in Germany ist mit Sicherheit auch in EU-Staaten, die keine eigene Produktionskapazitäten haben, gefragt“, so Radlmeier.

Ob und wie es mit der deutschen Maskenproduktion weitergehen soll, müsste schon in den kommenden Monaten entschieden werden. Denn Ende des Jahres würde viele Verträge seitens des Bundes auslaufen, erinnerte Söhmelioglu.

Bildunterschrift: Bundestagsabgeordneter Florian Oßner und Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier (beide CSU) möchten mit Orhan Söhmelioglu, dem Vorsitzenden des Deutschen Maskenverbandes, den Grundstein legen, um auch in Zukunft die inländische Maskenproduktion zu sichern.

Foto: Josef Amann (frei zur Verwendung bei Angabe der Quelle).

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