Soziale Projekte unterstützen statt behindern

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Landtagsabgeordnete und Synodale Ruth Müller (SPD) unterstützt Wohnprojekt von AnsWerk in Auloh

„Sei mutig und stark. Und mach Dich ans Werk“ – so steht es schon in der Bibel. Daher besuchte die Landshuter Landtagsabgeordnete ruth Müller Pfarrer Lorenz von Campenhausen im Pfarrgarten der Auloher Gnadenkirche. Mit dem Verein „AnsWerk“ und deren Vorsitzenden Ingrid Roederstein habe man einen Kooperationspartner gefunden, mit dem man der Verantwortung für die Menschen und die Liegenschaften der Kirche gerecht werden könne.

Bei einem Vor-Ort-Termin erläuterten Pfarrer von Campenhausen, Kirchenvorstandsmitglied Hans Siegert und Ingrid Roederstein der Abgeordneten, die auch zugleich Mitglied der Landessynode der evangelischen Kirche in Bayern ist, das Vorhaben: Im rund 3.000 Quadratmeter großen Pfarrgarten in Auloh soll auf 240 Quadratmetern ein ambulant betreutes Wohnhaus für Menschen mit Beeinträchtigungen entstehen.

„Genau solche Wohnungen werden dringend benötigt und deshalb auch vom Bezirk Niederbayern gefördert“, wusste die Abgeordnete Ruth Müller. Und gelebte Inklusion und Teilhabe bedeutet auch, dass Angebote dieser Art nicht am Rand stehen und dadurch die Ausgrenzung sichtbar wird, sondern in die Gesellschaft und den Alltag integriert werden. „Als Verein investieren wir ca. 1,5 Millionen Euro in dieses Projekt und schaffen damit neun Wohnungen“, so Ingrid Roederstein. Und das gehe nur, weil die Vereinsmitglieder dahinter stünden und man mit der evangelischen Kirche einen Grundstückseigentümer gefunden habe, der das mache, was von politischer Seite oft gefordert werde: Nämlich eine Konzeptbebauung zu bevorzugen, die für benachteiligte Menschen erschwinglichen Wohnraum schafft.

„Als Kirchengemeinde können wir durch dieses Projekt dazu beitragen, unser Kirchen- und Gemeindehaus erhalten und den Pfarrgarten einer neuen Nutzung zuführen, wenn er als Begegnungsraum im Auloher Quartier für die Anwohner geöffnet wird. „Im Gegensatz zu den umliegenden Gärten, in denen oft Thuja, Granitsplit und baumloser Rasen dominieren, hat hier die Natur auch nach der Errichtung eines Wohnhauses noch genügend Raum“, stellte Ruth Müller nach einem Blick durch die Siedlung fest. „Wer sich per Unterschrift für den Erhalt der Natur im Pfarrgarten ausspreche, müsse auch, um selbst glaubwürdig zu sein, im eigenen Garten mehr Mut zur Natur haben“, so Müller.

Wie eng der finanzielle Rahmen des Vereins und die Förderbedingungen des Bezirks Niederbayern sind, machte Ingrid Roederstein deutlich: „Die Zweizimmerwohnungen dürfen nicht größer als 49 Quadratmeter groß sein, größere Flächen werden aus der Förderung herausgerechnet“. Zudem müsse auch die Haus- und Aufzugtechnik so untergebracht werden, dass kein Leerraum entstehe, der am Ende nur Kosten verursacht.

„Wir wollen benachteiligten Menschen einen guten Platz zum Leben geben“, so Ingrid Roederstein. Und auch Eltern wünschen sich, dass ihre erwachsenen Kinder ohne ihre ständige Unterstützung gut begleitet sind. Bedauerlicherweise könne man in diesem Jahr nicht mehr mit dem Bau starten, man hoffe nun auf eine Entscheidung, die sich am Allgemeinwohl orientiere, um das Vorhaben mutig und stark im Sinne der christlichen Verantwortung umzusetzen. „Denn jeder von uns kann in die Situation kommen, auf die Hilfe von anderen angewiesen zu sein. Und auch dann möchte man Teil der Gesellschaft bleiben können“, so Müller.

Foto: Susanne Padua

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