Stadt Landshut – 7-Tage-Inzidenz klettert über den Grenzwert von 100: Schüler nächste Woche wohl nur im Distanzunterricht

Rathaus Landshut
Teilen

Zunehmende Verbreitung der ansteckenderen Coronavirus-Mutation B 1.1.7 wohl der Grund
für steigende Infektionszahlen – Rückkehr zu strengen Lockdown-Regeln droht für Montag

Die 7-Tage-Inzidenz in der Stadt Landshut ist erwartungsgemäß erneut angestiegen:
Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) lag der Wert am Donnerstag bei 102,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Damit wurde erstmals seit
gut einem Monat wieder der „Hotspot“-Grenzwert von 100,0 gerissen. Grund für den laut Oberbürgermeister Alexander Putz „besorgniserregend schnellen Anstieg der Fallzahlen“ dürfte nach Einschätzung des Staatlichen Gesundheitsamts Landshut neben der ungünstigen Witterung sowie einer zunehmenden Pandemie-Müdigkeit der Bevölkerung insbesondere die rasche Verbreitung der ansteckenderen Coronavirus-Mutation B 1.1.7 in der Region sein. Inzwischen wird demnach bei rund der Hälfte der Neuinfektionen diese zuerst in Großbritannien entdeckte Mutation festgestellt.

Nach den Prognosen des Gesundheitsamts wird die 7-Tage-Inzidenz morgen erneut über der kritischen 100er-Marke liegen. Das hätte erhebliche Auswirkungen auf die Schulen im
Stadtgebiet. Denn weil die Kreisverwaltungsbehörden nach den landesrechtlichen Vorgaben freitags auf Basis der aktuellen 7-Tage-Inzidenz über den Schulbetrieb für die gesamte
folgende Woche zu entscheiden haben, ist in der Stadt Landshut ab Montag wohl für alle Schülerinnen und Schüler nur Distanzunterricht („Home Schooling“) möglich. Unter diese
Regelung würden dann auch sämtliche Grund- und Förderschulen im Stadtgebiet fallen.

Ausgenommen blieben einzig die Abschlussklassen aller Schularten, für die weiterhin Wechselunterricht angeboten werden dürfte. Verbindliche Informationen zum Schulbetrieb in
der Woche vom 15. bis 19. März 2021 wird die Stadt Landshut morgen zeitnah nach Veröffentlichung des offiziellen 7-Tage-Inzidenzwerts durch das RKI bekanntgeben.
Mit dem Überschreiten des „Hotspot“-Grenzwerts drohen in der Stadt Landshut aber auch in vielen anderen Lebensbereichen wieder verschärfte Infektionsschutzmaßnahmen. Denn
sollte die 7-Tage-Inzidenz am Freitag und am Samstag – und damit drei Tage in Folge – über 100,0 liegen, würde automatisch und mit Wirkung zum kommenden Montag, 15. März,
die von Bund und Ländern vereinbarte Corona-„Notbremse“ greifen. Diese sieht eine Rückkehr zu jenen Regeln vor, die bis zum 7. März gegolten haben. Für weite Teile des
Einzelhandels würde dies bedeuten, dass nur noch für die Abholung zuvor bestellter Ware geöffnet werden dürfte. Aber auch die Kontaktbeschränkungen müssten erneut verschärft
werden, so dass private Treffen nur noch zwischen den Angehörigen eines Hausstands und einer einzigen weiteren Person gestattet wären. Zu ergänzen wären diese Maßnahmen schließlich noch um eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 22 Uhr und 5 Uhr. Sobald klar ist, ob es zu einer solchen „Notbremsung“ kommen muss, wird die Stadt Landshut darüber und über die damit einhergehenden Verschärfungen unverzüglich per Pressemitteilung sowie über ihre Homepage und die Sozialen Medien informieren.
„Ich bedauere sehr, dass die dynamische Entwicklung des Infektionsgeschehens in unserer Region zusammen mit der allein an der 7-Tage-Inzidenz orientierten Öffnungsstrategie von Bund und Ländern momentan zu einem solchen Hin und Her bei den Corona-Regeln und insbesondere zu einer Rückkehr zum Distanzunterricht auch an Grundschulen führt“, sagt OB Alexander Putz. „Dieses Wirrwarr ist selbst für viele Bürgerinnen und Bürger, die sich aus Überzeugung an alle Vorschriften halten und für den Infektionsschutz engagieren wollen, kaum mehr nachzuvollziehen. Ich kann den Unmut deswegen gut verstehen.“ Leider hätten Landkreise und kreisfreie Städte aber keinen Handlungsspielraum: „Uns obliegt letztlich nur die amtliche Bekanntmachung der jeweiligen Über- oder Unterschreitung eines bestimmten Grenzwerts. Die dafür jeweils vorgesehenen Folgen treten dann unmittelbar auf Grundlage der landesrechtlichen Verordnung ein.“

So verständlich der Frust und die Verunsicherung über die wechselnden Regeln seien, so richtig und notwendig sei es aber in der jetzigen Situation, umgehend wieder auf strengere Maßnahmen zu setzen, betont Putz: „Das ist nicht nur aus rechtlichen Gründen, sondern auch zum Schutz der Bevölkerung dringend geboten. Wir stehen in Landshut nicht nur am Beginn einer dritten Welle, sondern sind schon mittendrin. Deshalb bitte ich alle Bürgerinnen und Bürger: Gehen Sie diesen zwar bitteren, aber wirksamen Weg einmal mehr mit. Es gibt momentan leider noch keine vertretbare Alternative.“ Die Lage werde sich erst nachhaltig bessern, wenn die Impfkampagne endlich richtig Fahrt aufnimmt, so der OB: „In dieser Hinsicht stehen Bund und Länder in der Pflicht.“

Pressemitteilung: Stadt Landshut

Foto: Josef Amann (Archiv)

Beiträge

Share This