Stadtbücherei im Salzstadel jetzt barrierefrei

Barrierefrei durch die Stadtbücherei im Salzstadel: Oberbürgermeister Alexander Putz (rechts) hat gemeinsam mit der Leiterin der Stadtbücherei, Monika Steurer, den neuen Aufzug offiziell in Betrieb genommen. Mit dabei waren auch der Behindertenbeauftragte der Stadt, Franz Linzmeier (Dritter von rechts), und seitens des Amts für Gebäudewirtschaft der stellvertretende Leiter Bernhard Herrndobler (Zweiter von links) sowie die Projektleiter Hans-Jürgen Seidler (Dritter von links) und Thomas Weiss.
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Bauliche Herausforderung im historischen Ensemble optimal gemeistert

Seit Kurzem können Besucher der Stadtbücherei in der Steckengasse durch die historischen Gemäuer des Salzstadels schweben. Der Grund: Ein neuer Aufzug, den Oberbürgermeister Alexander Putz gemeinsam mit der Stadtbüchereileiterin Monika Steurer und ihrem Team am Donnerstag offiziell in Betrieb nahm. Wie Putz betonte, war das Hauptziel der Baumaßnahme, die Barrierefreiheit herzustellen. „Allen Besuchern einen ungehinderten Zugang zu sämtlichen Ebenen zu ermöglichen, war unser wichtigstes Anliegen“, so der Oberbürgermeister. „Eine tolle Leistung. Wir sind sehr froh!“, kommentierte Steurer den Einbau des Aufzugs freudestrahlend und erleichtert zugleich. Denn was auf den ersten Blick so einfach klingt, gestaltete sich in der Praxis zunächst herausfordernd: Die bauliche Umsetzung in dem historischen Gebäude hat den externen Planern sowie Projektverantwortlichen des Amts für Gebäudewirtschaft der Stadt einiges abverlangt.

Nötig war die Prüfung mehrerer Varianten: Vom klassischen Personenaufzug bis hin zum Schrägaufzug – statische Gründe, mögliche Probleme mit dem Denkmalschutz oder ein viel zu hoher Platzbedarf ließen alle untersuchten Möglichkeiten ausscheiden.
„Ein herkömmlicher Personenaufzug mit Über- und Unterfahrt konnte nicht in den Bestand eingebaut werden, weil die Holzdecke zum Vortragssaal des Salzstadels die Unterfahrt begrenzt hätte. Gleichzeitig ist im Dachgeschoss keine Überfahrt möglich, weil der Aufzug schon in der Dachschräge endet“, erklärte Thomas Weiss vom Amt für Gebäudewirtschaft, der gemeinsam mit seinem Kollegen Hans-Jürgen Seidler die Projektleitung inne hatte. Hinzu kommt laut Weiss das statische Problem, dass ein Aufzug mit Schacht für die historische Holzbalkendecke des Vortragssaals zu schwer ist. Auch die Überlegung, einen Schrägaufzug einzubauen, musste ausscheiden, da damit Einschränkungen der Rettungswegbreiten für die Besucher und Probleme mit dem Denkmalschutz einhergingen. Geprüft wurde auch die Nutzung des in der Stadtbücherei vorhandenen Gebelhausaufzugs, wofür Weiss zufolge allerdings ein zweiter offizieller Bücherei-Zugang notwendig gewesen wäre.

Aus dieser Not heraus wurde schließlich eine neue Idee kreiert: Anstelle des vorhandenen Lastenaufzugs wurde ein Plattformaufzug eingebaut, der das Hauptziel der Maßnahme – alle Ebenen der Stadtbücherei barrierefrei zugänglich zu machen – erfüllt. Das Amt für Gebäudewirtschaft hat für den rund viermonatigen Umbau vorwiegend die Lockdown-Zeit genutzt, um den laufenden Betrieb in der Stadtbücherei und im Saal des Salzstadels so wenig wie nur möglich zu beeinträchtigen. Circa 110.000 Euro hat die Stadt in den Umbau und die barrierefreie Umrüstung des Aufzugs investiert.
Ein geringes Eigengewicht, die Erreichbarkeit aller Geschosse, eine einfache Wartung und die geringeren Kosten gegenüber einem Personenaufzug mit Kabine sind nur einige der Vorteile des Aufzugs. Mittlerweile hat er sich aufgrund seiner Besonderheit sogar als Vorzeigeprojekt etabliert. Laut Weiss haben bereits zwei Kommunen Rat eingeholt, die im Rahmen ihres barrierefreien Umbaus vor ähnlichen Herausforderungen im historischen Ensemble stehen.

Was die Optik des Aufzugs anbelangt: Mit viel Glas und einer neutralen Farbgestaltung konnte die Brücke zwischen einem modernen, ansprechenden Aufzug in einer sehr alten und denkmalgeschützten Holzkonstruktion geschlagen werden. Als „sehr gelungen“ bezeichnete auch Oberbürgermeister Alexander Putz die Umsetzung, der das Team des Amts für Gebäudewirtschaft für die findige und nicht zuletzt wirtschaftlich bestmögliche Lösung lobte. In seine Dankesworte schloss Putz ausdrücklich auch den Behindertenbeirat mit ein, der einen entsprechenden Antrag stellte, sowie die Stadtbüchereileiterin, die sich mit viel Herzblut für die Umsetzung der Maßnahme einsetzte.

Eine Probefahrt des Aufzugs durfte da freilich nicht fehlen, dem der Oberbürgermeister nach erfolgreichem Test eine gute Funktionsfähigkeit und selbsterklärende Bedienung attestierte. Sicherheitsbedenken brauche keiner haben, so Seidler: Sowohl die Kommunikation aus dem Aufzug als auch das Eingreifen von außen sei jederzeit gewährleistet; darüber hinaus sei aufgrund der gläsernen Wände der Blickkontakt durchgehend gegeben. Auch der Behindertenbeauftragte der Stadt Landshut, Franz Linzmeier, zeigte sich zufrieden: Wie Monika Steurer sieht er den Aufzug als eine „große Bereicherung – besonders für all jene Stadtbücherei-Besucher, die auf einen barrierefreien Zugang angewiesen sind“.

Foto: Stadt Landshut (Abdruck mit Quellenangabe honorarfrei)

Bildunterschrift:
Barrierefrei durch die Stadtbücherei im Salzstadel: Oberbürgermeister Alexander Putz (rechts) hat gemeinsam mit der Leiterin der Stadtbücherei, Monika Steurer, den neuen Aufzug offiziell in Betrieb genommen. Mit dabei waren auch der Behindertenbeauftragte der Stadt, Franz Linzmeier (Dritter von rechts), und seitens des Amts für Gebäudewirtschaft der stellvertretende Leiter Bernhard Herrndobler (Zweiter von links) sowie die Projektleiter Hans-Jürgen Seidler (Dritter von links) und Thomas Weiss.

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