„Vom Ehrenamt profitieren alle“

„Vom Ehrenamt profitieren alle“ +++ Von 27. September bis 01. Oktober findet die Woche des Ehrenamts im BMW Group Werk Landshut statt
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Von 27. September bis 01. Oktober findet die Woche des Ehrenamts im BMW Group Werk Landshut statt

Landshut. Von 27. September bis 01. Oktober veranstaltet die BMW Group unternehmensweit die erste „Social Week“, eine Woche des Ehrenamts. Im Rahmen des Programms sollen auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Komponentenwerks in Landshut zu gesellschaftlichem Engagement in der Region informiert und motiviert werden. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind bereits ehrenamtlich engagiert. Manche brauchen vielleicht noch einen Anstoß oder sind auf der Suche nach dem richtigen Projekt. „Wir möchten als Bindeglied zwischen unserer Belegschaft und den ehrenamtlichen Initiativen in der Region fungieren“, sagt Anna Sponsel, Personalleiterin des BMW Group Werks Landshut. „Die gegenseitige Inspiration, Gutes zu tun, soll in dieser Woche im Fokus stehen. Mitarbeiter, die sich bereits sozial engagieren, sollen ihre Kollegen motivieren.“

Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Agentur Landshut

Am Dienstag gab es im Rahmen der Aktionswoche einen Infostand der „Freiwilligenagentur Landshut“ (Fala) im Betriebsrestaurant des Werks, an dem sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über Möglichkeiten für soziales Engagement informieren konnten. Potenzielle Projekte reichen von der Unterstützung mit Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund über die Mitarbeit an der Reparatur von Fahrrädern von Geflüchteten bis hin zur Lese- und Sprachförderung von Kindern.

„Wir wollen eine Brücke bauen zu gemeinnützigen Institutionen wie der Fala. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ein Ehrenamt sehr erfüllend sein kann“, bekräftigt Sponsel. Dr. Elisabeth-Maria Bauer, Geschäftsführerin der Fala, betont: „Uns liegt die enge Zusammenarbeit mit Unternehmen am Herzen. Denn es gibt hier viele Kompetenzen und Erfahrungen bei den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, die im bürgerschaftlichen Engagement ganz besonders wertvoll sind.“ Für den Zusammenhalt in der Gesellschaft sei es wichtig, dass sich möglichst viele Mitglieder einbringen und mitgestalten, so Bauer.

Mit gutem Beispiel voran

Die Landshuter Mitarbeiter Stefan Gremmer und Hannelore Haage etwa können ihren Kolleginnen und Kollegen nur ans Herz legen, sich ehrenamtlich zu engagieren. „Die meisten von uns führen hier in Deutschland ein so privilegiertes Leben. Es erfüllt mich, anderen zu helfen, die nicht so viel Glück hatten wie wir“, so Gremmer, der als Vorarbeiter in der Individuallackiererei am Standort tätig ist. Die verbreitete Angst davor, dass ehrenamtliches Engagement viel Zeit frisst, kann er nehmen: „Über die Mitgliedschaft in einem Verein kann man auch mit wenig Zeit viel bewirken. Ich bin stolz darauf, was wir schon alles geschafft haben in den vergangenen Jahren.“ Gemeinsam mit seiner Mutter, Bettina Schmidt, hat er vor fünf Jahren einen Verein gegründet, der sich für die Menschen in Gambia (Westafrika) einsetzt. „Mit Zukunft für Gambia e.V. wollen wir den Menschen, die unter ärmsten Verhältnissen leben, unter die Arme greifen. Unser Motto ist „Hilfe zur Selbsthilfe“, beschreibt Gremmer die Ziele des Vereins. Die beiden haben mit ihrem Verein Einiges bewegt in den vergangenen Jahren: Erweiterung einer Grundschule, Schulmaterial für Kinder sowie der Bau einer Schulküche und Schulspeisung für 150 Kinder sind nur einige davon. 2017 wurden zwei solarbetriebene Wassertürme errichtet. „Wir haben großartige Unterstützung durch einen Einheimischen, der als Mitglied des Vereins die Projekte vor Ort vorantreibt“ so Gremmer. Und auch in der Corona-Pandemie hat der Verein schnell und unbürokratisch geholfen und 500 Familien mit Grundnahrungsmitteln versorgt.

Hannelore Haage arbeitet in derselben Technologie als Fertigungssteuerin. Ehrenamtlich ist sie in einem völlig anderen Bereich tätig: Seit 14 Jahren ist Haage als Hospizhelferin im Einsatz, um sterbende Menschen auf ihrem letzten Weg zu begleiten. Egal ob irgendwo auf der Welt gerade eine Wirtschaftskrise herrscht oder ein sportliches Großereignis stattfindet: Im Moment der Begleitung ist die Außenwelt irrelevant. Was zählt ist die menschliche Begegnung. „Es ist auch völlig egal, wer der Mensch ist, welchen Beruf er hatte, ob er wohlhabend ist oder nicht – in diesem Augenblick sind alle gleich. Es zählt nur eines: Aufrichtig und emphatisch für den anderen da zu sein“, ist Haage überzeugt. „Da relativieren sich natürlich oft auch die eigenen Alltagsprobleme, die man so hat.“ Auch im Job habe sie durch die Hospizarbeit gelernt, sich manchmal mehr auf das Wesentliche zu konzentrieren und sich nicht von Nebensächlichkeiten aus der Bahn werfen zu lassen. „Mir gibt die ehrenamtliche Arbeit viel Kraft und Ruhe, die ich auch für meinen Job in der Fertigungssteuerung nutzen kann“, so Haage.

Bildunterschrift:

1 Die Freiwilligen Agentur Landshut präsentierte ihre Arbeit im Rahmen der Woche des ehrenamtlichen Engagements im BMW Group Werk Landshut.

2 Hannelore Haage geht mit gutem Beispiel voran: Seit 14 Jahren ist die Fertigungssteuerin als ehrenamtliche Hospizbegleiterin tätig.

3 Stefan Gremmer hat zusammen mit seiner Mutter den Verein „Zukunft für Gambia e.V.“ gegründet, der Menschen in Afrika etwa beim Bau solarbetriebener Wassertürme unterstützt. Er kann nur dafür werben, sich gesellschaftlich zu engagieren.

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