Warum kann die Mango Kinder retten?

Warum kann die Mango Kinder retten?
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Dies und vieles mehr konnten die SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Müller und die Mitglieder des SPD-Ortsvereins Langquaid erfahren, als sie das Fair-Handelszentrum (FHZ) in Langquaid besuchten.

Die Mitarbeiterin des FHZ Petra Friedrich brachte den Besucher*innen die Vielfalt der Produkte näher und zeigt anhand einiger Beispiele auf, wie der faire Handel sich entwickelt hat. Die Geschichte der Mango-Produkte im FHZ begann vor 25 Jahren mit der Erfahrung eines Paters auf den Philippinen. Dieser irische Geistliche war konfrontiert mit massiver Armut in den Familien seiner Wirkungsstätte. Aus der Not heraus wurden auch Kinder zur Prostitution gezwungen. Für den Pater war klar, es brauchte ein lang-wirkendes Konzept, um die Familien zu unterstützen. So entstand die Idee, den Menschen Mangosetzlinge zur Verfügung zu stellen. Die Früchte der Bäume werden verarbeitet und im Fairen Handel vertrieben. Als Trockenfrüchte oder Smoothie, Mangomus oder Schoko-Früchte gibt es diese Köstlichkeiten in Langquaid zu kaufen. Der Ertrag eines Baumes sichert seither das Schulgeld für zwei Kinder. Auch der Regensburger Getränkehersteller Nagler nimmt das hochwertige Mangomus ab. Eine Mischsaft aus heimischen Streuobst-Äpfeln und exotischer Mango hat, mit Bio-Qualität und fair gehandelt, einen hohen Mehrwert.

Auch hinter zahlreichen anderen Produkten im Sortiment steckt eine besondere Geschichte, so berichtete die neue Leiterin des FHZ, Frau Magdalena Mühldorfer von der Geschichte des Frauenbund-Kaffees: Ein Besuch auf einer Frauen-geführten Kaffeeplantage in Honduras inspirierte die Regensburger Gruppe vom Frauenbund zum fairen Handel mit dieser Kooperative. Der Frauenbund-Kaffee ist heute das meist-gekaufte Produkt im FHZ in Langquaid.

„Solidarität in der einen Welt“, abgekürzt „Sidew“, das ist das Motto und der Name des Fair-Handelsvereins der 2013 nach Langquaid umzog. Bereits seit 35 Jahren existiert dieser Trägerverein. Gegründet und aufgebaut durch das Engagement kirchlicher Jugendarbeit entstanden unter anderem Eine-Welt-Läden und schließlich auch das FAIR-Handelszentrum. Mit bekannten Lieferanten wie GEPA, el Puente und Weltpartner, aber auch vielen weiteren Importeuren fairer Waren bietet der Verein ein Vollsortiment aus Lebensmitteln, Geschenken, Papierprodukten, Körben, Taschen und vielem mehr an.

„Nachhaltigkeit wurde bei den Eine-Welt-Läden schon immer groß geschrieben“, stellt Ruth Müller, MdL fest. Umso erfreulicher sei es, dass sich die SPD in der Großen Koalition mit dem Lieferkettengesetz durchgesetzt habe. „Denn die Verantwortung der Unternehmen endet nicht am Werkstor, sondern gilt nun entlang der gesamten Lieferkette“, so Müller.

Das FHZ versorgt über Abholung und Versand 15 Eine-Welt-Läden in einem weiteren Kreis um Regensburg, aber auch Endkunden sind im FAIR-Handelszentrum gern gesehen. Für die Arbeit in den Weltläden gibt es nur wenige fest angestellte Mitarbeiter*innen, die meisten Aktiven sind Ehrenamtliche. „Der Preis der Produktion basiert auf einer Kalkulation, die den Produzent*innen die Möglichkeit bietet, in finanzieller Sicherheit zu leben. Oft zahlt man nur wenig mehr für ein fair gehandeltes Produkt, bekommt aber dafür auch beste Qualität“, so Mühldorfer. Jede*r Kaufende kann also die Entscheidung treffen und die Welt ein bisschen besser machen, mit einem fair gehandelten Produkt.

Bildunterschrift: v.l.n.r. Petra Friedrich, Magdalena Mühldorfer (beide Sidew), Ruth Müller (MdL), Kirsten Reiter, Robert Mehrl (SPD-Ortsverein Langquaid) vor dem Stand mit Mango-Produkten von den Philippinen

Foto: Alexandra Huber

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